Erstellen eines HDR - Bildes

Um ein HDR - Bild (high-dynamic-Range-image) zu erstellen bedarf es einiger Vorbereitungen. Weiterhin ist diese Art der Fotografie nicht mit jedem Fotoapparat zu realisieren. Bestimmte Parameter sollte man an der Kamera manuell einstellen können. Zusätzlich benötigt man sinnvollerweise ein Stativ sowie einen Fernauslöser (Draht/Funk). Mittlerweile gibt es sogar Kamers auf dem Markt die über eine spezelle HDR- Funktion verfügen. Nach meinen Erkenntnissen jedoch, ist diese Technik noch nicht so ausgereift und es lohnt sich immer noch, die Belichtungsreihen über die herkömmliche Verfahrensweise zu erstellen.

Nach der Auswahl des Motivs erfolgt die Einstellung der Kamera. Grundsätzlich sollte als grobe Richtung die Belichtungsreihe mit drei Aufnahmen (-2 / -/+0 / +2 Belichtungsstufen) erstellt werden. Also eine Aufnahme unterbelichtet, eine mit den normalen - richtigen - Belichtungswerten und eine Aufnahme in der überbelichteten Version. In den meisten Fällen ist dies ausreichend. Es geht natürlich auch etwas aufwändiger. In bestimmten Situationen können sogar 5, 7 oder 9 Aufnahmen erforderlich werden. Zusätzlich sollte die  Spiegelvorauslösung an der Kamera genutzt werden, damit es bei der Auslösung zu keinen zusätzlichen "Verwacklungen" kommen kann. Nun kommen die eigentlichen Einstellungen an die Reihe, die im Verlauf des Shootings nicht mehr verändert werden dürfen, weil die Ergebnisse sonst zu keinem guten Resultat führen. So muss der ISO-Wert bei 100 oder noch geringer liegen, damit das so genannte ISO-Rauschen möglichst gering bleibt. Der Weißabgleich und die Blende müssen ebenfalls auf einen festen Wert eingestellt werden. Den Blendenwert wählen Sie nach der gewünschten Tiefenschärfe und in Abhängigkeit der Helligkeit. Noch ein Tipp: Schalten Sie den Bildstabilisator an Ihrem Objektiv oder Ihrer Kamera aus, sonst kann es trotz Bildstabilisator unscharfe Bilder geben. Dies hängt mit der Technik im Objektiv zusammen, weil bestimmte Elemente im Gehäuse permanent schwingen, um auf diese Weise ein "verwackeln" auszugleichen.

Verwenden Sie ein stabiles Stativ und einen Fernauslöser. Die Erstellung von HDR-Bildern auf einer Mauer als Unterlage oder einem Tisch und dem Selbstauslöser sind nur für den Anfang und nur zum Probieren sinnvoll. Das ist auf Dauer keine gute Lösung.

So, jetzt noch die Einstellung des Formats der Bilder; erstellen Sie die Bilder im RAW-Format. Sie werden schnell merken, dass Ihre Speicherkapazität rapide abnimmt. Also müssen Sie auch entsprechenden Speicherplatz einkalkulieren. Einige Fotografen plädieren sogar dafür die Bilder im RAW und gleichzeitig im JPEG-Format zu schießen und zu speichern.

Endlich sind alle relevanten Punkte beachtet und die Kamera richtig eingestellt, das gute Stück auf dem Stativ postiert und den Fernauslöser angeschlossen. Alles passt und Sie schauen durch den Sucher und müssen leider feststellen, dass Ihr Motiv mittlerweile das Weite gesucht hat oder das tolle Licht ist weg. Das ist ärgerlich, aber das passiert; ging mir auch schon so. Keine Bange, das nächste Motiv wartet sicher schon auf Sie!

Wenn Ihr Lieblingsmotiv auf Sie wartet und Sie alle Zeit der Welt haben, dann "schießen" sie los...



Nachdem die Bilder im Kasten sind, geht es an die "Heimarbeit". Die drei gleichen Bilder müssen mittels einer speziellen Software bearbeitet und miteinander verrechnet werden. Hierfür gibt es zwischenzeitlich einige Programme die gute Dienste leisten. Auch kostenlose Anbieter finden sich darunter. Wenn Sie die Bilder entsprechend Ihrem Geschmack bearbeitet haben, sollten Sie es nochmals mit Ihrer klassischen Bildbearbeitung "feintunen" oder besser gesagt, dem "Tone-mapping" unterziehen, damit das HDR-Bild seinen letzten Schliff erhält.



Sollte das Bild nun so aussehen, wie Sie es sich erhofft haben, dann geht es Ihnen sicherlich so wie mir. Es ist einfach zu schade, solche schönen Bilder, die Sie vor allem selbst erstellt haben, einfach in einem Album oder auf dem Rechner "verschwinden" zu lassen. Dann steht man unweigerlich vor der Frage, welches Bild lasse ich den jetzt vergrössern und welches hänge ich an die Wand oder lasse es mir auf das T-Shirt drucken und und und... ?

Wenn Sie sich weiter mit diesem Thema befassen möchten, dann empfehle ich Ihnen zwei Bücher die einen leichteren Einstieg in diese Art der Fotografie ermöglicen. Bei dem ersten Buch handelt es sich um "HDR-Forografie" -Schritt für Schritt zum perfekten HDR-Bild- von Robert Leitinger. Der Inhalt ist gut beschrieben und leicht verständlich erklärt.

Das zweite Buch stammt von dem Autor Jürgen Held und ist mit dem Titel: Digitale Fotopraxis -HDR Fotografie- im Rheinwerk-Verlag erschienen. Das Buch ist sehr umfangreich, enthält zahlreiche unterschiedliche Themen der HDR-Fotografie und befasst sich unter anderem auch mit unterschiedlicher Software. Ein weiterer Teil des Buches ist der Panoramafotografie in HDR gewidmet. Hier wird beschrieben, wie beispielsweise ein einziges Panoramabild in HDR auf über 1 GB Speicherkapazität anwachsen kann. Weiterhin befinden sich in diesem Buch eine CD mit einigen Demo-Versionen der HDR-Bildbearbeitung und einem Video-Training. Kosten für das Werk: ca. 39,90€. Nach meiner Meinung sehr zu empfehlen.